KfW-Effizienzhaus von A bis Z erklärt!

Der Ausdruck KfW-Effizienzhaus ist ein von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) definierter Energiestandard für Wohngebäude, der besonders gefördert wird.

Die Rahmenbedingungen für die einzelnen Standards finden sich in der Energieeinsparverordnung (ENEV) wieder. KfW-Effizienzhäuser verfügen über eine besonders energieeffiziente Bauweise, welche Transmissionswärmeverluste (durch die Gebäudehülle) reduziert. Anhand des Jahresprimärenergiebedarfs, der insbesondere vom Energieträger abhängig ist, werden die Häuser, neben den Transmissionswärmeverlusten, ebenfalls verschiedenen Standards zugeordnet.

Vorteile eines KfW-Effizienzhauses:

  • geringere Energiekosten
  • Wertsteigerung der Immobilie
  • besserer Wohnkomfort
  • günstigerer Kredit bis 100.000,00 €
  • Tilgungszuschuss bis zu 15.000,00 €

KfW-Effizienzhäuser sind energieeffizienter, als der Gesetzgeber beim Neubau vorschreibt.

KfW-Energieeffizienzhaus

KfW-Energieeffizienzhäuser benötigen weniger Energie, als normale Neubau-Immobilien. Auch bei der Sanierung gibt es eine Förderung!

KfW-Effizienzhaus: Alles über Fördermittel der KfW-Bank

Die Förderung der KfW-Bank gilt nur für Häuser, die den KfW-Standards entsprechen. Dabei vergibt die KfW-Bank einen zinsvergünstigten Kredit von bis 100.000,00 € und Tilgungszuschüsse zwischen 5 % bis zu 15 %. Eine Wohneinheit setzt einen separaten Zugang, eine Kochgelegenheit, eine Toilette und natürlich fließendes Wasser voraus. Diese Wohneinheit muss auch abgeschlossen und zur dauerhaften Wohnnutzung vorgesehen sein. Die Höhe des Tilgungszuschuss hängt vom Standard der Immobilie ab. Hier zur Übersicht der Tilgungszuschüsse.

Die Programme der KfW-Bank unterscheiden dabei zwischen Neubau eines KfW -Effizienzhauses und Sanierung eines KfW-Effizienzhauses.

Die KfW-Bank funktioniert etwas anders als die gewöhnliche Hausbank oder Sparkasse. Der Kredit wird über eine andere Bank ausgezahlt, in der Regel dort, wo bereits ein Girokonto vorhanden ist. Üblicherweise stellt die KfW-Bank nur einen Teil der Fremdmittel bereit. Der Kredit der KfW-Bank wird dann bei der Bank ausgezahlt, bei der auch der restliche Kredit aufgenommen wird.

Fördermittelantrag: Der Energieeffizienz-Experte hilft weiter!

kfw haus bauenGrundsätzlich gilt sowohl im Neubau, als auch bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus, dass die Maßnahme durch einen Energieeffizienz-Experten begleitet werden muss. Energieeffizienz-Experten werden in der Kategorie „Energieeffizient Bauen und Sanieren“ unter energie-effizienz-experten.de geführt. Der Experte begleitet dabei das Bauvorhaben von der Beantragung über die Ausführung bis hin zur „Bestätigung nach Durchführung“.

Zu Beginn erbringt der Experte eine energetische Fachplanung, welche als Bestätigung zum Antrag eingereicht wird und den KfW-Standard des Gebäudes belegt. Nach Durchführung des Bauvorhabens kontrolliert der Experte die Ausführung und erteilt die „Bestätigung nach Durchführung“. Die Kosten für den Energieeffizienz-Experten werden im Rahmen eines separaten Zuschuss-Programms der KfW-Bank mit bis zu 4.000,00 € bzw. 50 % übernommen.

Anträge können von Bauherrn, Erwerbern einer Neubau-Immobilie (bspw. von einem Bauträger) oder Contracting-Gebern gestellt werden.

Fördermittelhöhe: KfW-Kredit und Tilgungszuschuss

StandardNeubauSanierung*
KfW-Effizienzhaus 40 PlusKredit von bis zu 100.000 Euro mit Tilgungszuschuss 15 % (max. 15.000,00 €)
KfW-Effizienzhaus 40Kredit von bis zu 100.000 Euro mit Tilgungszuschuss 10 % (max. 10.000,00 €)
KfW-Effizienzhaus 55Kredit von bis zu 100.000 Euro mit Tilgungszuschuss 5 % (max. 5.000,00 €)Kredit von bis zu 100.000 Euro mit Tilgungszuschuss 27,5 % oder Investitionskostenzuschuss 30,0 %
KfW-Effizienzhaus 70 Kredit von bis zu 50.000 Euro mit Tilgungszuschuss x % (Tilgungszuschuss entfiel ab 01.04.2016)Kredit von bis zu 100.000 Euro mit Tilgungszuschuss 22,5 % oder Investitionskostenzuschuss 25,0 %
KfW-Effizienzhaus 85Kredit von bis zu 100.000 Euro mit Tilgungszuschuss 17,5 % oder Investitionskostenzuschuss 20,0 %
KfW-Effizienzhaus 100Kredit von bis zu 100.000 Euro mit Tilgungszuschuss 15,0 % oder Investitionskostenzuschuss 17,5 %
KfW-Effizienzhaus 115Kredit von bis zu 100.000 Euro mit Tilgungszuschuss 12,5 % oder Investitionskostenzuschuss 15,0 %
KfW-Effizienzhaus DenkmalKredit von bis zu 100.000 Euro mit Tilgungszuschuss 12,5 % oder Investitionskostenzuschuss 15,0 %
Einzelmaßnahmen Kredit von bis zu 50.000 Euro mit Tilgungszuschuss 7,5 % oder Investitionskostenzuschuss 10,0 %
*die Zuschussvariante gilt nur für Ein- und Zweifamilienhäuser bzw. private Eigentümergemeinschaften

technische Daten zu den KfW-Effizienzhäusern

StandardPrimärenergiebedarfTransmissionswärmeverlust
Effizienzhaus 4040 %55 %
Effizienzhaus 5555 %70 %
Effizienzhaus 7070 %85 %
Effizienzhaus 8585 %100 %
Effizienzhaus 100100 %115 %
Effizienzhaus 115115 %130 %
Effizienzhaus Denkmal*160 %175 %
*Abweichungen vom Zielwert möglich

Was sind Transmissionswärmeverluste?

Wenn es im Winter draußen kalt und im Wohnhaus warm ist, dann strebt die warme Luft im inneren des Gebäudes nach außen. Im Sommer ist genau die gegenteilige Luftbewegung zu beobachten, die warme Luft von außen strebt in das kühlere Wohngebäude. Als Transmissionen lassen sich vor diesem Hintergrund Wärmeverluste durch die Gebäudehülle, also durch Wände, Türen und Fenster verstehen.

Die Höhe der Transmissionswärmeverluste ist abhängig von der Dicke des Bauteils, der Temperaturdifferenz und der Wärmeleitfähigkeit des Baustoffes. Wärmedämmungen verhindern die Transmission nicht, aber sie reduzieren die Transmissionsverluste gegenüber Baustoffen mit schlechteren Eigenschaften.

Der U-Wert gibt dann für das jeweilige Bauteil an , wie viel Wärmeenergie (in Watt) pro Quadratmeter des Bauteils und pro einem Grad Temperaturdifferenz (zwischen Innen- und Außentemperatur) verloren geht. Ein kleiner U-Wert bedeutet dabei, dass wenig Wärmeverluste entstehen.

Transmissionswärmeverluste:
Transmissionswärmeverluste lassen sich durch geeignete Wärmedämmungen und eine luftdichte Ausführung reduzieren!

Was ist der Primärenergiebedarf?

Der Primärenergiebedarf ist ein errechneter Wert und kein gemessener Wert. Er umfasst neben dem eigentlichen Energiebedarf innerhalb des Systems, also für das Gebäude, auch die aufgewendete Energie außerhalb des Systems. Damit werden vorgelagerte Prozessstufen, bis die Energie beim Gebäude ankommt auch berücksichtigt. Insbesondere wird die Energie für die Gewinnung, Umwandlung und Verteilung bei der Berechnung des Primärenergiebedarfes berücksichtigt.

Primärenergiebedarf:
Der Primärenergiebedarf berücksichtigt auch die aufgewendete Energie für vorgelagerte Prozesse der Gewinnung, Verteilung und Umwandlung.

Lüftung von KfW-Effizienzhäusern

Einerseits möchten wir die Transmissionswärmeverluste reduzieren und damit das Gebäude möglichst dicht machen, andererseits muss dafür gesorgt werden, dass Feuchte innerhalb der Wohnung aus der Wohnung heraus kann. Diese Feuchte entsteht beispielsweise durch Kochen oder Waschen. Auch wir Menschen geben permanent Feuchte an die Luft ab. Bei älteren Häusern, die nicht besonders dicht gebaut sind, kann die Feuchte über Leckagen entweichen.

Bei besonders dicht gebauten Häusern geht das nicht. Wenn man  Feuchte durch die Fenster nach außen entlässt, dann wirft man sprichwörtlich das Geld (für die Heizwärme) zum Fenster raus. Eine Lösung für dieses Dilemma sind Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung. Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung funktionieren so, dass die Feuchte, warme Luft nach außen gelassen wird, Bei diesem Prozess wird der Innenraumluft auf ihrem Weg nach außen Wärme entzogen.

Diese Wärmeenergie dient dann zur Erwärmung der Außenluft, die in das Gebäude eingeführt wird. Damit verliert man nicht 100 % der Wärmeenergie, sondern kann einen Teil dazu nutzen die frische Außenluft zu erwärmen.

Lüftung:
Gebäude müssen ausreichend gelüftet werden. Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist dabei besonders sparsam.

Schimmel in KfW-Effizienzhäusern

Die oben beschriebene Problematik der Feuchte und Lüftung kann sogar zur Schimmelbildung führen. Wenn die warme Luft im Innenraum auf kalte Innenwandflächen, insbesondere Ecken, trifft kann sich eine relative Luftfeuchte einstellen die Schimmelwachstum begünstigt. Zusätzlich benötigt Schimmel organisches Material, wie Farben Tapeten oder Kunststoffe, sowie einen PH-Wert zwischen 2 bis 11, Sauerstoff und ausreichend Zeit zum wachsen (5 bis 6 Tage). Ein häufiges Missverständnis ist, dass Schimmel Wasser braucht. Auf Wasser wächst kein Schimmel, aber eine relative Luftfeuchtigkeit von ca. 80 % begünstigt das Wachstum von Schimmel.

Voraussetzungen für Schimmelbildung in Wohngebäuden:

  • organisches Material (Farben, Tapeten, etc.)
  • relative Luftfeuchten ab 80 %
  • PH-Werte zwischen 2 bis 11
  • Sauerstoff
  • Zeit ca. 5 bis 6 Tage

Mehr über Schimmel in Wohngebäuden erfahren (Schimmelsanierung mit Praxisbeispiel)

Wenn das KfW-Effizienzhaus ausreichend gelüftet wird und die Luftfeuchtigkeit unterhalb dieser Schwelle gehalten wird, dann bildet sich kein Schimmel. Ohne eine Lüftungsanlage ist mehrmaliges tägliches Lüften notwendig. Auch in Altbauten kann unter den gleichen Voraussetzungen Schimmel entstehen.

Schimmelbildung:
Um Schimmelbildung zu vermeiden muss ausreichend gelüftet werden. Eine Lüftungsanlage übernimmt das und spart dem Bewohner bares Geld.
Exkurs: Wärmebrücken

An dieser Stell sei auch das Thema Wärmebrücken kurz erläutert. Wärmebrücken bezeichnen geometrische Orte, an denen unterschiedliche Temperaturen herrschen. Beispielsweise an Gebäudeecken sind niedrigere Temperaturen zu erwarten als an Wandflächen, da die Oberfläche der Ecken im Verhältnis zum Volumen größer ist. Damit kühlen die Ecken schneller aus. Beim Abkühlen der Luft steigt die relative Luftfeuchtigkeit, bis hin zum Ausfall von Tauwasser.

Wärmebrücken können auch aufgrund unterschiedlicher Baumaterialien mit unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten entstehen. Das kann man beobachten, wenn sich Kondensat auf Fensterflächen bildet. Die Fensterfläche ist kühler, als die umliegenden Bauteile, damit fällt hier das Wasser aus.

Wärmebrücken lassen sich nicht verhindern. Bei einer energetischen Fachplanung geht es darum die Kombination von Baustoffen zu finden und die Heizungs- und Gebäudetechnik so auszulegen, dass negative Effekte, wie Luftfeuchten von 80 % und mehr, nicht auftreten.

KfW-Effizienzhaus bauen

KfW-Effizienzhäuser lassen sich auch in Serie produzieren, wobei vorab die individuelle Planung und Anpassung im Vordergrund steht. Damit lassen sich viele Vorteile des energieeffizienten Bauens, der KfW-Förderung und der schnellen Fertigbauweise kombinieren.  Mehr Informationen dazu gibt es auf den nachfolgenden externen Seiten:

Was ist bei der Planung zu beachten?

Vorausgesetzt ein Grundstück ist bereits vorhanden, wird ein KfW-Haus gleichermaßen geplant, wie jeder andere Neubau. Allerdings sind die Anforderungen die das Haus erfüllen muss höher. Dem kann man mit anderen Baumaterialien oder einer dickeren Dämmschicht begegnen. Auch bei den Fenstern muss darauf geachtet werden, dass sie eine entsprechende Qualität und einen möglichst kleinen U-Wert verfügen.

Energieeffizienzhaus

Je nach konkretem Standard müssen bestimmte Voraussetzungen  der Gebäudetechnik zusätzlich zu den geringeren Transmissionswärmeverlusten und Primärenergiebedarfen erfüllt werden. Dies gilt für KfW-40-Plus-Häuser.

Ansonsten gilt es neben der geometrischen Planung, welche die Bedürfnisse der Bauherrn und Restriktionen des Grundstücks berücksichtigen zusätzlich die wirtschaftliche Seite des Bauvorhabens zu kalkulieren. In der Regel sind Häuser, die einen KfW-Standard erfüllen in der Herstellung teurer, als Häuser welche die energetischen Voraussetzungen des Neubaus geradeso erfüllen. Allerdings bezieht sich das auf die Anschaffung/Herstellung.

Gleichzeitig sparen die Bewohner des Hauses an Energiekosten, die vermutlich in den nächsten Jahren ansteigen werden. Die Kostenersparnis kann berechnet werden, wenn die Anzahl der im Haus lebenden Personen klar ist. Hier hilft ebenfalls ein Energieberater weiter.

Zusätzlich ist es sinnvoll die Kostenersparnis durch ein niedrigeren Zins, den die KfW-Bank für den vergünstigten Kredit vergibt, einem konventionellen Kredit gegenüber zustellen und in der Kalkulation zu betrachten. Gleiches gilt für einen möglichen Tilgungszuschuss.

Haussanierung mit der KfW

Nicht nur der Neubau von Energieeffizienzhäusern wird gefördert. Auch die energetische Sanierung von Bestandsimmobilien spielt eine wichtige Rolle. Sogar die energetische Sanierung denkmalgeschützter Immobilien, die vielleicht mehrere hundert Jahre alt sind, wird gefördert.

Zunächst berechnet der Energieeffizienzexperte mögliche Sanierungsmaßnahmen in Bezug auf ihre energetische Auswirkung. Dieses energetische Konzept belegt, welcher KfW-Standard im Rahmen einer Sanierung erreicht werden kann. Sanierungsmaßnahmen können beispielsweise das Aufbringen einer Wärmedämmung an der Außenwand sein. Mit diesem Energie-Konzept kann dann der Kredit beantragt werden. Der Ablauf ist also vergleichbar mit dem beim Neubau.

Auch Einzelmaßnahmen, oder Maßnahmenpakete sind förderfähig. Investitionszuschüsse können je Wohneinheit von bis zu 30.000,00 € gewährt werden.

Mehr dazu erfahren Sie in den Ratgebern zu den einzelnen KfW-Standards:

Die wichtigsten förderfähigen Einzelmaßnahmen:

  •  Wärmedämmung von Wänden, Dach­flächen, Keller- und Geschoss­decken
  •  Erneuerung der Fenster und Außen­türen
  •  Erneuerung oder Optimierung der Heizungs­anlage
  •  Erneuerung oder Einbau einer Lüftungs­anlage

Die Einzelmaßnahmen müssen technische Mindestanforderungen erfüllen, was beispielsweise ein Energieberater prüfen kann.

Als Beispielse für förderfähige Maßnahmenpaketen können der Austausch einer Heizungs- und/ oder Lüftungsanlage genannt werden.

Vorteile und Nachteile – Fazit zum KfW-Effizienzhaus

Fazit

Der Bau eines KfW-Effizienzhauses ist mit erhöhten Investitionskosten verbunden, die sich durch die Förderung der KfW-Bank und die Energieeinsparungen im laufenden Betrieb amortisieren sollen. Für die Beantragung benötigt man die Hilfe eines Energieeffizienz-Experten. Die Aufnahme des Kredits ist relativ einfach. Schwieriger hingegen ist es, die beste Kombination aus Fördermitteln der KfW-Bank, den Zuschussprogrammen und der restlichen Finanzierung zu finden. Hier gilt der Grundsatz:

„Konstruktion schlägt Kondition!“  

Bei der Sanierung zum KfW-Effizienzhaus lohnt es sich die BAFA-Vor-Ort-Beratung (ebenfalls förderfähig) in Anspruch zu nehmen. Der Berater berechnet dann mögliche Sanierungsvarianten und stellt die Kosten und Förderungen gegenüber. Zusätzlich zu den KfW-Krediten und Zuschüssen lohnt es sich, regionale Förderprogramme in Anspruch zu nehmen. Diese Förderprogramme können beispielsweise von Städten, Gemeinden oder auch dem Bundesland angeboten werden.

Bei der Verwirklichung eines KfW-Effizienzhaus müssen Kosten und Nutzen von vornherein gegeneinander abgewogen werden!

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