KfW-Effizienzhaus 70 – Ratgeber

Als KfW-Effizienzhaus 70 wird ein von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) definierter Gebäudeenergiestandard bezeichnet. KfW-Effizienzhäuser 70 benötigen lediglich 70 % des Primärernergiebedarfes gegenüber eines üblichen Neubaus (EnEV – Referenzhaus) und die Transmissionswärmeverluste liegen bei nur 85 %. Damit ist dieser Gebäudestandard besonders energieeffizient und energetisch besser geplant, als der Gesetzgeber verlangt.

KfW 70 Anforderungen

 

 

Anforderungen an ein KfW-Effizienzhaus 70 Haus

Ein KfW 70 Haus oder korrekt, ein KfW-Effizienzhaus 70, hat bestimmte Anforderungen zu erfüllen. Der Primärenergiebedarf, darf nur 70 % gegenüber des Referenzhauses betragen und es sind 15 % weniger Transmissionswärmeverluste, als beim Referenzhaus erlaubt. Mittlerweile fördert die KfW (Kreditanstalt für den Wiederaufbau) lediglich die Sanierung hin zu einem KfW 70 Haus Standard.

Die oben gestellten Anforderungen können je nach Ausgangslage der Immobilie mit folgenden Ansatzpunkten erreicht werden:

  • Dämmung der Fassade
  • Dämmung der obersten Geschossdecke
  • Austausch der Fenster (Einbau von Fenstern mit einem besseren U-Wert)
  • Austausch der Außentüren (Einbau von Außentüren mit einem besseren U-Wert)
  • Austausch der Heizungsanlage (oder Teilen, wie dem Brenner)
  • hydraulischer Abgleich
  • Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Die oben genannten Ansatzpunkte sind in der Regel auch als Einzelmaßnahmen förderfähig. In der Praxis hilft Ihnen ein Energie-Effizienz-Experte, der zunächst einen Sanierungsfahrplan entwickelt. Bereits für diese Leistung können Fördergelder in Anspruch genommen werden. Diese Förderung wird von der BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) gefördert.

KfW 70 Haus mit Lüftungsanlage oder ohne Lüftungsanlage?

Eine der häufig gestellten Fragen im Netz ist, soll eine Lüftungsanlage eingebaut werden oder nicht?! Hier gibt es verschiedene Vor- und Nachteile. Grundsätzlich lassen sich zentrale und dezentrale Lüftungsanlagen unterscheiden. Da im Rahmen einer Sanierung eher dezentrale Lüftungsanlagen in Frage kommen, konzentrieren wir uns auf diese. Hier kann wiederum in dezentrale Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung oder ohne Wärmerückgewinnung unterschieden werden. Die Wärmerückgewinnung erfolgt in der Regel über ein Innenteil aus Keramik, das über die ausströmende Innenluft erwärmt wird. Die zuströmende Außenluft wird dann über die Keramik erwärmt, während sie in das Haus fließt.

Die dezentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung macht konzeptionell viel Sinn. Unsinnig hingegen ist, mehrere Löcher in eine hoch-wärmegedämmte Außenfassade zu schneiden, um dort Ein- und Austritte für Innen- & Außenluft zu installieren.

Warum dies trotzdem notwendig sein kann?

Die erforderliche Dichtheit der Außenwände muss kompatibel mit Luftwechselzahl sein. Der Luftwechsel, also wie viel m³-Luft pro Stunde ausgetauscht wird, muss aus Gründen der Hygiene mindestens 0,5 betragen. Also alle 2 h wird die gesamte Luft im Haus ausgetauscht. Wer nie lüftet, bekommt schnell Probleme mit Schimmel und anderen unerwünschten Nebenwirkungen. Würde diese Lüftung über die Fenster erfolgen, wäre mehrmaliges, tägliches Stoßlüften notwendig. Hierbei gibt es allerdings keine Wärmerückgewinnung.

Bei älteren Häusern ist der Luftwechsel meist höher, obwohl aktiv weniger gelüftet wird. Das kann beispielsweise an undichten Fenstern und Außentüren, aber auch an undichten Anschlüssen an den Außenwänden liegen.

Förderung von Einzelmaßnahmen

Grundsätzlich kann das gesamte Sanierungsvorhaben darauf abgestellt werden, einen KfW-70 Haus Standard zu erreichen. Manchmal ist es aber aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen sinnvoll Einzelmaßnahmen fördern zu lassen.

Förderfähige Einzelmaßnahmen sind beispielsweise:,

  • Dämmung der Fassade
  • Dämmung der obersten Geschossdecke
  • Austausch der Fenster (Einbau von Fenstern mit einem besseren U-Wert)
  • Austausch der Außentüren (Einbau von Außentüren mit einem besseren U-Wert)
  • Austausch der Heizungsanlage (oder Teilen, wie dem Brenner)
  • hydraulischer Abgleich
  • Einbau einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung

Die wichtigsten Förderprogramme und Zuschüsse bei einem KfW 70 Haus

KfW Programm 151/152  – Energieeffizient Sanieren

Das Hauptprogramm der KfW für die Förderung eines KfW 70 Hauses ist das Programm 151/152 „energieeffizient sanieren“. Hier fördert die KfW mit einem zinsvergünstigtem Darlehen von bis 100.000,00 € und eine Tilgungszuschuss von maximal 22.500,00 €. Wer einzelne Maßnahmen oder Pakt von Einzelmaßnahmen ansteuert, der kann 50.000,00 € in Anspruch nehmen.

KfW Programm 431 – Zuschuss Baubegleitung

In Kombination mit dem oben genannten Programm 151/152 kann das Programm 431 genutzt werden. Der Zuschuss zur Baubegleitung beträgt maximal 4.000,00 € oder 50 % der Kosten für die Baubegleitung. Die Baubegleitung muss zwingend durch einen Energie-Effizienz-Experten erfolgen. Ein Energieefizienz-Experte in Ihrer Nähe ist hier gelistet.

KfW Programm 433 – Zuschuss Brenstoffzelle

Über das „Anreizprogramm Energieefizienz“ des Bundes wird der Einbau von Brennstoffzellsystemen gefördert. Abhängig von der elektrischen Leistung des eingebauten Brenn­stoff­zellen­systems beträgt die Zuschuss­höhe zwischen 7.050,00 € und 28.200,00 €. Die Höhe des Zuschusses richtet sich dabei einerseits nach der Leistungsklasse der Brennstofzelle und andererseits nach der Höhe der förderfähigen Gesamtkosten. Der Zuschuss für die Leistungsklasse besteht aus einem Festbetrag von 5.700,00 € und zusätzlich je 450,00 € pro 100 W elektrischer Leistung.

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